„Koo Koo“ – die Sendung gegen Zwangspsychiatrie ist jeden dritten Dienstag im Monat von 16 bis 17 Uhr MEZ im Sendegebiet von Radio Dreyeckland sowie weltweit im livestream zu empfangen (das nächste mal am Dienstag den 16. April 2013).
In dieser Sendung hören wir Ausschnitte aus einem Gespräch mit Thomas Foth, Autor des kürzlich erschienen Buches „Caring and Killing – Nursing and Psychiatric Practice in Germany, 1931-1943“.
Thomas Foth hat sich in seinem Buch mit der Rolle der Pflege bei der Ermordung von Psychiatrie-Patienten auseinandergesetzt.
Anhören (Länge: 58:33 min)
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David Schneider-Addae-Mensah ist Rechtsanwalt in Karlsruhe und Straßburg mit dem Schwerpunkt Menschenrechte. Ende Januar hat er eine Strafanzeige gegen Bundesjustitministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, gegen den Baden-Württembergischen Justizminister Rainer Stickelberger und gegen unbekannt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung in einer Vielzahl von Fällen sowie wegen versuchter schwerer Körperverletzung in einer Vielzahl von Fällen der Staatsanwaltschaft zugestellt. Auftraggeberin dieser Strafanzeige ist die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener („die bpe“ – nicht zu verwechseln mit dem Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener BPE e.V.)
Wir fragten nach, was es mit dieser Anzeige auf sich hat:
Am 12.11.2012 hat der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Heidenheim einen offenen Brief an Frau Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger verfasst, aus dem hervorgeht, dass auf eine gesetzliche Grundlage zur medikamentösen Zwangsbehandlung verzichtet werden kann. (siehe auch freie-radios.net/52394 – dort sind noch weitere Ausschnitte aus dem Gespräch nachhörbar)
Folter, Tyrannei oder auch „Pharmaabsatzförderungsgesetz“ bezeichnen Betroffenenverbände die Neuregelung der Zwangsbehandlung, die kurzerhand und ohne Debatte auf einen bereits im Bundestag verhandelten Gesetzesentwurf „aufgesetzt“ werden soll.
Martina Bunge, Abgeordnete und Gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag hat – gemeinsam mit ihren Genoss_innen – zu diesem Thema kürzlich einen offenen Brief verfasst
Herr K ist 33 Jahre alt und hat seit seiner Jugend schon einige Psychiatrieaufenthalte durchgemacht. Er möchte seine Geschichte öffentlich machen, denn sie ist bei weitem kein Einzelfall…
Die Psychiatriereform in den siebziger Jahren hat keineswegs die Lebensverhältnisse aller Betroffenen verbessert. Es leben heute doppelt so viele Menschen in Heimen. Es werden 5 mal mehr Medikamente verabreicht. Es gibt 4 mal mehr Betreuungen.
Psychiatrie-Karrieren, wie die des Herrn K, sind immer noch an der Tagesordnung – nicht nur in Emmendingen.
Nachtrag: Eine Pflegerin im ZfP Emmendingen war in diesem Interview namentlich benannt worden und fühlte sich dadurch in ihren Persönlichkeitsrechten unangemessen benachteiligt. „Aufgrund der sensiblen Arbeit in der Psychiatrie ist eine Anonymität der Beschäftigten aus therapeutischen Gründen notwendig“ ließ sie durch die Gewerkschaft ver.di mitteilen. Diese war von Pflegerin Frau J. mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt worden.
Wir sind dem Wunsch nach Löschung des Namens selbstverständlich nachgekommen. Eine Person, die die hochsensible therapeutische Arbeit verrichtet, gefesselten Personen hochgifte Substanzen einzuflößen, darf in diesem Zusammenhang natürlich nicht in ihren Persönlichkeitsrechten eingeschränkt werden…